Geschichte einer Hamburger Blues-Kapelle

 

Hätte man 1968, den damaligen Gründungsmitgliedern prophezeit, dass die SECOND LIFE BLUESBAND noch im nächsten Jahrtausend auf der Bühne stehen würde, hätte man – bei allem Ehrgeiz den die Hamburger Jungs hatten - nur in skeptische Gesichter geschaut. "Second Life" – das was damals als interessanter Name erachtet wurde, ist mittlerweile zur Bandphilosophie geworden und feiert 2018 sein 50jähriges Bandbestehen.

 

So modisch cool sah man sich Ende der Sechziger Jahre... und das war echt angesagt!

 

Es hat in der Zwischenzeit natürlich mehrere Generationswechsel in der Band-Formation gegeben, doch zwei der Gründungsmitglieder (Gerd Riebesehl und Hans-Jürgen Klein) sind noch heute aktiv dabei und halten die Gruppe zusammen wie am ersten Tag.

 

Und auch wenn seit 1968 viele gekommen und gegangen sind, eins ist immer geblieben ... der Blues.

 

In den fünf Jahrzehnten, auf die die Gruppe zurückblicken kann, gab es viele Meilensteine, auf die man heute noch ganz stolz ist. Neben unzähligen Gigs im gesamten Norden Deutschlands (selbst in Berlin) ist der Auftritt als Vorgruppe von URIAH HEEP (1970) ein absolutes Highlight gewesen über das man auch heute noch ins ganz große Schwärmen gerät.

 

Anmerkung für die etwas Jüngeren:

Welche Bedeutung die damals noch ganz junge aber absolut angesagte Kultband URIAH HEEP aus England hatte und auch heute noch ist, sollte man mal auf GOOGLE nachlesen :-)

Das waren noch Ticketpreise! ... und das sogar für Sitzplätze!

 

Man war gut gebucht, hatte ein tolles Bandbanner (schon für große Bühnen) und sogar einen Bandbus für die entlegendsten Auftritte!

 

 

Ja und in den letzten Tagen des legendären STARCLUB hatte man sogar das Glück mit Rainer Baumann, dem ersten Meister der deutschen Bluesmusiker, die bedeutenden Bretter von St. Pauli zu erobern.

 

Anmerkung:

Rainer Baumann war der erste  international anerkannte deutsche Blues-Gitarrist. Die Fachpresse betitelte ihn als den deutschen Nachfolger von Eric Clapton (hier mit seiner "Rainer Baumann Band" in der legendären Onkel Pös Carnegie Hall in Hamburg)

 

 

 

Ein absoluter Hammer (nach dem Konzert mit URIAH HEEP) war natürlich auch der legendäre Auftritt beim "POP OP DE HEYD" Rock-Festival 1971 in Heide.

 

Zusammen mit den Deutschen Rock-Legenden BIRTH CONTROL, GURU GURU, CLUSTER und KRAFTWERK begeisterte die SECOND LIFE BLUESBAND mit erdigem, treibenden Powerblues von der Waterkant.

 

Anmerkung für die etwas Jüngeren: Die Top-Acts dieses Festivals gehörten zu der Zeit zum "Who is Who" der deutschen Rock-Szene (siehe Wikipedia).

 

Trotz vieler Erfolge sind die Hamburger Jungs sich ihrer Wurzeln bewusst und „auf dem Teppich“ geblieben. Einige der großen Vorbilder von damals leben heute noch. Sie sind zwar auch älter geworden, aber spielen noch heute ihren Blues vor ausverkauften Häusern. Es war aber auch selbstverständlich, dass sich die Band auch mit den neueren Blues-Songs von John Mayall, B.B. King & Co beschäftigte und diese Titel mit den legendären Blues-Klassikern von damals kombiniert hat.

 

Und es wurde professioneller. Wo man die ersten Bandfotos noch an der/die Hauswand machte, ging man in den 70ern in´s Foto-Studio.

 

Presse-Beispiele aus den 60ern:

Auf einer Seite mit Roy Black, Adamo & Michael Holm! Und in einem Artikel mit Blues-Legende Tony Sheridan angekündigt zu werden.... einfach Klasse!!!

 

„Blues will never die“ hat der erst kürzlich verstorbene Johnny Winter gesagt und genau so sehen es die Mitglieder der SECOND LIFE BLUESBAND. Blues bis nix mehr geht ...und länger!


Der Zuwachs von jüngeren Musikern in der Band zeigt, dass die SLBB den Blues zeitlos (ohne Altersbegrenzung) in all seinen Facetten wiedergibt und diesen Stil heute noch mit der gleichen Power präsentiert wie damals als man sie gegründet hat.             
 

Man sieht und hört es der Band sofort an, dass hier die Spielfreude absolut im Vordergrund steht und der Funke zum Publikum schnell überspringt.    

Zwar bezeichnen sich die Mitglieder der Band bescheiden als Amateur-Musiker, aber sie beweisen bei ihren Auftritten immer wieder, dass sie manche Möchtegern-Profis locker in die Tasche stecken können. Ja, … vielleicht liegt es gerade an dieser hanseatischen Bescheidenheit, dass die SECOND LIFE BLUESBAND so sympathisch beim Publikum und bei den Veranstaltern macht.

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